Museum Reinheim

 .....zu Gast in der Vergangenheit.

Aus der Presse

 Nachwuchs eingetroffen

Diesmal hat der Klapperstorch Halt gemacht im Museum Reinheim. „Uns ist ein Kind geboren“, so lautet der Titel der neuen Ausstellung, die am Sonntag (5.11.) eröffnet wurde. Sie schenkt ihre Aufmerksamkeit der Hege und Pflege eines neuen Erdenbürgers und hat auch immer die damit beauftragten Erwachsenen im Blick. Die Betrachtung hält nicht den Augenblick fest, sondern wendet den Blick in die jüngere Vergangenheit. Das zurückliegende Jahrhundert in guten und in schweren Zeiten bot unterschiedliche Herausforderungen, Meinungen, Vorstellungen, was zu tun sei, damit ein gesundes, behütetes und geborgenes Menschlein heranwachsen kann. Der Museumsfundus gibt dazu einiges her. Wie gewohnt wurden die Exponate, Informationen und Hinweise in die bestehenden Museumsräume integriert und geben ein anschauliches Bild. So findet der Besucher die Wöchnerin im alten Schlafzimmer vor, die nach den Vorstellungen ihrer Zeit, nach der Geburt zunächst etwa zwei Wochen strenge Bettruhe verordnet bekam – weil der Storch sie ins Bein gebissen hatte. Sobald sie wieder im Alltag angekommen war, stand die Taufe an. Sie wird in der guten Stube thematisiert. Der Apotheker hält Mittel zur Bekämpfung kleiner Unpässlichkeiten vor und in den Küchen geht es wie immer um das richtige Nahrungsangebot zur richtigen Zeit. Wickeltechniken, Kleiderordnung, Modetrends, Gesundheitsvorsorge und Fragen der Sicherheit und Gefahrenabwehr werden eine Treppe höher behandelt. Das Notquartier und der Schutzraum konfrontieren die Besucher drastisch mit der Säuglingspflege in schlimmen Zeiten. In der Waschküche begegnet ihnen das Wäsche waschen in Zeiten ohne Wegwerfwindel und ohne Waschmaschine. Schließlich geht es im „Herrenzimmer“ um die administrative Seite des Ereignisses. Das Kind braucht einen Namen und muss beim Standesamt gemeldet werden. Vater Staat möchte auch seine schützende Hand über das Kind halten und bei Schwierigkeiten Hilfe anbieten. An allen Sonntagen 2017 und in den beiden ersten Monaten des neuen Jahres kann die Ausstellung von 14.30 bis 17.00 Uhr besichtigt werden, wie immer sind auch Sonderführungen möglich.